Die Chromosphäre

Über der Photosphäre liegt die Chromosphäre, ein Bereich, in dem die Dichte der Materie nach oben hin, zur Korona, schnell abnimmt. Im Gegensatz dazu steigt die Temperatur nach einem Minimum an der Grenze zur Photosphäre langsam an, wobei beim Übergang zur Korona die Temperatur rapide auf 1 Millionen °K steigt. Im Schnitt liegt die Temperatur der Chromosphäre bei 10.000 °K.

Der Begriff Chromosphäre stammt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie Farbhülle. Diese Bezeichnung kommt daher, dass bei einen totalen Sonnenfinsternis die Chromosphäre als eine rötlich leuchtende Schicht erscheint, was besonders gut in der ersten Phase der Sonnenfinsternis zu beobachten ist.

Die Chromosphäre, die nur etwa 8.000km hoch ist, ist keine einzelne Schicht, sondern eher ein System aus unzähligen auf der gesamten Sonnenoberfläche verteilten Gasstrahlen, den sogenannten Spiculen, von denen es in jedem Moment zwischen 10.000 und 100.000 gibt. Die Chromosphäre ähnelt dadurch einer großen brennenden Fläche.

Spiculen sind strahlenförmige, vertikale Erscheinungen, die mit einer Geschwindigkeit von ca 20-50km/s auf eine Höhe von bis zu 10.000km aufsteigen. Sie besitzen einen Durchmesser von ungefähr 1.000km.

Die Beobachtung von Spiculen ist eigentlich nur am Sonnenrand möglich, jedoch mit Hilfe eines speziellen Filters, der nur sehr geringe Wellenlängen durchlässt, auch direkt auf der Sonne möglich. Diese Methode ermöglicht es auch Erscheinungen wie die dunklen Filamente, Gebilde mit einer Dicke von 10.000km und einer Länge von 100.000km, zu beobachten. Desweiteren können damit chromosphärische Fackeln, die über den photosphärischen Fackeln liegen, und Sonneneruptionen beobachtet werden.