Die Venus

Allgemeines

Die Venus wurde nach einer altitalienischen Gartengöttin, die später der griech. Aphrodite gleichgesetzt wurde, benannt. Sie wurde als Liebesgöttin, als Glücksbringer (Venusfelix) und als Siegverleiherin (Venusvictrix) gefeiert.

In früheren Zeiten hieß Venus auch Phosphorus, aufgrund seiner Helligkeit. Obwohl die Griechischen Astronomen wussten, dass es sich um nur einen Planeten handelt, war er trotzdem als Morgenstern (Eosphorus) und Abendstern (Hesperus) bekannt.

Venus ist von einer dichten Wolkendecke eingehüllt, die ihn besonders hell erscheinen lässt. Seine physikalischen Merkmale (Durchmesser, Masse, Dichte, Schwerkraft) stimmen mit denen der Erde in etwa überein. Seine Rotationsrichtung ist retrograd (auf Venus würde man die Sonne im Westen auf- und im Osten untergehen sehen) und dauert unterschiedlich lang, je nachdem ob man sich auf die Hochatmosphäre (ca. 4 Tage) oder auf die Oberfläche (ca. 243 Tage) bezieht. Diese große Differenz lässt sich mit der Annahme begründen, dass in der Hochatmosphäre der Venus Stürme mit einer Windgeschwindigkeit von 300-400 km/h stattfinden.

Die Venus hat weder Satelliten und nur ein schwaches Magnetfeld.

Die Oberfläche der Venus

Zu ca. 60% besteht die Oberfläche der Venus aus leichten Hebungen und Senkungen (+/- 500m). Stellenweise erstrecken sich aber auch höhere Gebirgszüge auf der Venus.

Das Hochland Ishtar Terra gehört zu diesen höheren Erhebungen. Es liegt auf der Nordhalbkugel und entspricht in etwa der Größe Australiens. Die höchsten Berge sind die Maxwell Montes, die, bezogen auf den mittleren Radius der Venus, bis zu 11800m hoch sind.
Lakshmi Planum ist eine Hochebene vulkanischer Herkunft, die durch parallele Furchen gekennzeichnet ist. Daneben liegen die Akna Montes und nördlich die Freyja Montes, die etwa 5000m hoch sind. In der Nähe des Venusäquators befindet sich das Hochland Aphrodite Terra, das etwa die Größe von Nordafrika besitzt und auf etwa 8000m Höhe liegt. Weitere Hochlandbezirke sind Alpha Regio und Beta Regio.

Die größte Ebene auf der Venus ist Atlanta Planitia. Sie liegt etwa 1400m unter dem mittleren Radius des Planeten. Im zentralen Teil der Ebene liegt das Tal Diana Chasma, welches bis 280km breit ist und ca. 4000km tief zu den benachbarten Bergwänden liegt.

Auf der Venusoberfläche findet man viele Aufschlagkrater. Es sind zwar nicht so viele, wie auf Mars und Mond, jedoch deutlich mehr als auf der Erde. Der Durchmesser dieser Krater liegt zwischen 3 und 275km, wobei der Krater Mead der größte ist (275km). Krater mit einem Durchmesser unter 3km gibt es auf der Venus nicht, da kleinere Objekte in der Atmosphäre verglühen. Die ältesten der Krater sind bis zu 800 Mill. Jahre alt.

Ca. 90% der Venusoberfläche ist durch Vulkanismus entstanden. Es bildeten sich Oberflächenformen wie Schilde, Dome und Krater heraus und fast alle Gesteine auf der Venus sind vulkanischen Ursprungs. Die größeren Vulkane auf der Venus erreichen einen Durchmesser von bis zu 350km. Ein weiteres Merkmal der Venusoberfläche sind die zahlreichen Lavaströme. Der längste dieser Ströme, Mylitta Fluctus, ist 800km lang. Diese Länge weist auf dünnflüssige Laven und ziemlich hohe Produktionsraten hin.

Das Klima auf der Venus

Die Venus wird von einer geschichteten Atmosphäre umgeben, die zu 96% aus Kohlendioxid, 3,5% aus Stickstoff, 0,135% aus Wasserdampf sowie aus Spuren von Schwefeldioxid, molekularem Sauerstoff, Helium, Argon und Neon zusammengesetzt ist und aus drei Teilen besteht. Zwischen 30 und 48km Höhe befindet sich eine wolkenarme Dunstschicht. Darüber, zwischen 48 und 70km Höhe, befindet sich die am stärksten bewölkte Schicht, über der die obere Dunstschicht liegt.

Die Wolken auf der Venus enthalten auch Schwefelsäuretröpfchen, die in einem feinen Regen nach unten fallen und, wegen den hohen Temperaturen auf der Venusoberfläche, verdampfen. Diese hohen Temperaturen (ca. +475°C bei 90bar atmosphärischen Druck) sind auf den außergewöhnlich starken Treibhauseffekt zurückzuführen, der den Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht minimiert, d.h. auf der Venus herrschen am Tag und bei Nacht annähernd gleiche Temperaturen.

Auch geht man davon aus, dass auf es auf der Venusoberfläche relativ Windstill ist, während in der oberen Atmosphäre starke Stürme mit Windgeschwindigkeiten von rund 100m/s vorherrschen.

Der Strahlengürtel der Venus muss 100.000-1.000.000mal schwächer als das der Erde sein. Eine Folge des auch wesentlich schwächeren Magnetfeldes der Venus. Dagegen verfügt Venus über eine aus zwei Schichten zusammengesetzte Ionosphäre.

Daten der Venus:

Physikalische Eigenschaften
Äquatorradius in km
6052
Masse in kg
4,86897×1024
Volumen in cm³
9,5304×1026
Mittlere Dichte in g/cm³
5,2
Mittlere Oberflächentemperatur in K
Atmosphärischer Druck in mb
90000
Oberflächenschwerkraft in cm/sec²
862,99
Abplattung an den Polen
0
Albedo
0,11
Mittlere Entfernung v. d. Sonne in Mio km
108,2
Geringste Entfernung v. d. Sonne in Mio km
107,4
Größte Entfernung v. d. Sonne in Mio km
109
Rotationszeit in Stunden
5832
Umlaufzeit in Tagen
224,7
Bahnexzentrizität
0,007
Bahngeschwindigkeit in km/sec
35
Neigung der Bahn gegenüber der Ekliptikebene in Graden
3,4
Neigung des Äquators gegen die Bahnebene in Graden
3